Geschichte Olympische Spiele 

Antike

Der Ursprung der olympischen Spiele ist unbekannt.
Die Randlage Olympias im Nordwesten der Peloponnes prädestinierte den Ort eigentlich nicht als eine panhellenische Kultstätte. Doch bestand hier offenbar bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. ein Heiligtum, das Muttergottheiten gewidmet war. In mykenischer Zeit wurde in Olympia der Heros Pelops verehrt, dem die Peloponnes ihren Namen verdankt.
Nach griechischer Überlieferung fanden im Jahr 776 v. Chr. die ersten Olympischen Spiele statt.Diese Spiele wurden 293 Mal ausgetraten und endeten nach 1.168 Jahren im Jahre 393!
Der Läufer Koroibos aus Elis ist laut Siegerlisten der erste Olympiasieger der Geschichte. Er siegte im Stadionlauf, der einzigen Disziplin, die seinerzeit ausgetragen worden ist.
Die Organisation des Festes war in den Anfangsjahrhunderten zwischen Pisaten und Eleern umstritten. Nach mehrfachem Wechsel der Zugehörigkeit Olympias hatte sich 570 v. Chr. jedoch Elis die Spiele gesichert.
In diesen frühen Jahrhunderten besaßen die Spiele nur eine regionale Bedeutung: Für die ersten 15 Olympiaden sind nur Sieger verzeichnet, die aus der Peloponnes stammten. Doch im 6. Jahrhundert v. Chr. waren die Olympischen Spiele ein überregionales Ereignis, eine „Manifestation des griechischen Nationalgefühls“ geworden.
Einen zusätzlichen Schub erfuhr das griechische Selbstbewusstsein durch die Erfolge der Perserkriege. Griechenland erlebte eine Blütezeit. In dieser Zeit waren die Olympischen Spiele ein Tummelplatz von Athleten aus der ganzen griechischen Welt. Diese Phase beendete der Peloponnesische Krieg (431-404 v. Chr.): Die Spiele wurden wieder zu einem vorwiegend regionalen Ereignis der Peloponnes, sie verloren viel von ihrem panhellenischen Glanz.

Aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert sind die ersten Fälle von Korruption in Olympia überliefert: Versuche, Siege durch Bestechung zu kaufen, warfen einen Schatten auf die Spiele.
Die griechische Öffentlichkeit wie auch die Herrscher zeigten nun wieder großes Interesse an sportlichen Wettkämpfen, so dass der Ruhm, der in Olympia erworben werden konnte, bares Geld wert war.
Einen schweren Schlag versetzte der römische Gewaltherrscher Sulla Olympia: 85 v. Chr. beraubte er das Heiligtum und 80 v. Chr. verlegte er die 175. Spiele nach Rom. In der Zeit der späten römischen Republik sanken die Spiele wieder zu einem regionalen Ereignis herab.
Zu Beginn der römischen Kaiserzeit genossen die Olympischen Spiele die Aufmerksamkeit des Kaiserhauses: Das Viergespann des späteren Kaisers Tiberius siegte auf den Spielen der 194. Olympiade (4 v. Chr.), der Wagen seines Stiefsohns Germanicus im Jahr 17 n. Chr..
Eine Farce war die 211. Olympiade: Kaiser Nero (54-68) ließ die Spiele von 65 n. Chr. auf das Jahr 67 verlegen, um selbst anzutreten. Nero siegte in sechs Disziplinen (Wagenrennen mit Viergespann von Pferden, Viergespann von Fohlen, Zehnerzug von Fohlen, Wettbewerbe der Herolde, der Tragöden und der Kitharöden). Die Bewerbe der Tragöden und der Kitharöden waren eigens auf seinen Wunsch nur für diese Spiele eingeführt worden. Nero ließ es sich nicht nehmen, selbst die Wagen zu lenken. Ein anderer Sieger als er kam sowieso nicht in Frage, so konnte auch ein Sturz seinen Sieg nicht verhindern.

Seit 776 v. Chr. versammelten sich alle vier Jahre Sportler und Besucher im Hochsommer in Olympia zu den Spielen. Teilnehmer und Besucher waren auf ihrer An- und Rückreise durch den ausgerufenen olympischen Frieden (gr. ekecheiría) geschützt. Sie standen unter dem Schutz des Gottes Zeus. Kein Staat und kein Privatmann durfte gegen diesen Gottesfrieden verstoße

Bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. gediehen die Olympischen Spiele, doch für die darauffolgende Zeit werden Aufzeichnungen über die olympischen Sieger sporadischer. Die Zerstörungsgeschichte des olympischen Heiligtums begann um 260 n. Chr., als zum Schutz vor Angriffen des germanischen Stamms der Heruler eine Festungsmauer aus Steinen abgerissener Gebäude in Olympia errichtet wurde. Es wurden noch Spiele ausgerichtet, aber wohl in kleinerem Rahmen. Die letzten Olympischen Spiele, die 293. Olympiade, fanden 393 n. Chr. statt. Im Jahr 394 verbot Kaiser Theodosius den heidnischen Kult. Mit der griechischen Religion fanden auch die Olympischen Spiele der Antike ihr Ende.

Die olympische Idee - die Neuzeit

1891 hatten der Australier J. A. Cooper und der englische Historiker J. A. Froude „Pan-Britannische Olympische Spiele“ angeregt. Doch nur Coubertin gelang es eine internationale Bewegung zu begründen, die der olympischen Idee in einer erfolgreichen Veranstaltung dauerhaft Gestalt gab.

Im November 1892 hielt der französische Historiker und Pädagoge Baron Pierre de Coubertin (31) an der Pariser Universität Sorbonne einen Vortrag, der mit der sensationellen Aufforderung an die Öffentlichkeit endete, die Olympischen Spiele wiederzubeleben, 1500 Jahre nachdem der römische Kaiser Theodosius  die "heidnische Fest der Hellenen" verboten hatte.
Ende des 17. Jahrjunderts gab es schon in England "Olympische Spiele" mit allerdings vorwiegend militärisch-kriegerischen Wettkämpfen gegeben.
Ende des 18. Jahrhunderts hatte der deutsche Pädagoge Guthsmuth von einer Wiederbelebung der "olympischen Ideale" gesprochen.

Auf Grund der Turnbewegung, die sich im Europa des 19. Jahrhunderts entwickelt hatte, und aus Coubertins Begeisterung für das antike Olympia, dessen Ruinen die deutschen Archäologen Ernst Curtius und Wilhelm Dörpfeld zwischen 1875 und 1881 ausgegraben hatten. 1889 hatte die französische Regierung Coubertin mit einer Studie über moderne körperliche Erziehung und Ertüchtigung beauftragt, wohl auch zu militärischen Zwecken.